Die Natur als Dienstleister

Die Natur ist Basis und Voraussetzung für Nahrung und Leben. Wasser, Licht und Luft sind nicht substituierbar, sprich es gibt keinen Ersatz. Ökosysteme sichern unser Überleben. Dennoch hat sich die Struktur lebenswichtiger Ökosysteme in den letzten 60 Jahren, vorwiegend durch den Eingriff des Menschen in die Natur, rapide verändert.
November 5, 2020
Max

Service Provider Natur

Das Millenium Ecosystem Assessment evaluierte 24 von Ökosystemen erbrachte Dienstleistungen, welche in folgende Kategorien eingeteilt werden:

Dienstleistungen der Natur

Mehr als die Hälfte dieser 24 evaluierten Dienstleistungen haben sich in den letzten 50 Jahren drastisch verschlechtert. Veränderungen der Dienstleistungen des Ökosystems haben einen direkten Einfluss auf das menschliche Wohlbefinden beziehungsweise auf die Grundbedürfnisse; vornehmlich Gesundheit, soziale Beziehungen, Sicherheit und Freiheit. In der nachfolgenden Grafik soll dieser Eingriff veranschaulicht werden.

Natur und Wohlbefinden

Veränderung unserer Ökosysteme

Unser Ökosystem unterliegt einem ständigen Wandel. Ausschlaggebend dafür sind indirekte sowie direkte Faktoren.

Indirekt

Diese Faktoren beeinflussen Konsum und Produktion von ökologischen Dienstleistungen. Ein Populations-Anstieg und Wirtschaftswachstum führen zu einem erhöhten Konsum ökologischer Dienstleistungen. Gesellschaftspolitische Faktoren bestimmen Regelungen bezüglich der Verwaltung von Ökosystemen, kulturelle Faktoren bestimmen was im Allgemeinen als „wichtig“ und „richtig“ angesehen wird und technologische Faktoren haben einerseits Einfluss auf das Wirtschaftswachstum und andererseits auf die Erschöpfung von Ökosystemen (z.B. Fortschritt in Fischerei-Technologien führt zu Überfischung der Meere).

Direkt

Die Veränderung von natürlichen Lebensräumen zu Nutzflächen führt zu einem Produktionsanstieg von Nahrung, Holz und Fasern. Die Überbeanspruchung von Ökosystemen z.B. Fischerei führt dazu, dass die Fischpopulation zwischen 1970 und 2010 weltweit um 50% gesunken ist. Über ¼ der Fischbestände gelten als überfischt und mehr als 60% gelten als maximal ausgenutzt und bieten daher kein Steigerungspotenzial. Die Einführung von nicht heimischen Arten ist einer der Hauptgründe für das Artensterben in Wassersystemen (z.B. Signalkrebs verdrängt den Flusskrebs in Österreich). Verschmutzungen durch Chemikalien, Pestizide und künstlichen Dünger führen beispielsweise zu Übersäuerung von Frischwasser, Zerstörung von Ozon in der Stratosphäre und somit erhöhter UV-B Strahlen Belastung (= erhöhtes Hautkrebsrisiko). Dies trägt ebenso zum Klimawandel bei und erhöht das Risiko an Allergien, Asthma, Krebs oder chronischen Krankheiten zu erkranken. Die durch den Klimawechsel wärmer werdenden Temperaturen verursachen auch das Sterben von Korallen-Riffen und einen Anstieg von Schädlingsbefällen. Die Polkappen schmelzen und der Meeresspiegel steigt. Extremer Wetterereignisse wie Dürren, Waldbrände Hitzewellen bzw. Überschwemmungen sind für uns alle spürbare Konsequenzen, die sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen werden und speziell für Entwicklungsländer eine starke Bedrohung darstellen.

Every step helping the environment, is a good step.

Jeder einzelne von uns sollte versuchen einen kleinen Beitrag zu leisten, um den direkten bzw. indirekten Faktoren positiv entgegenzuwirken. Denn wie uns die Vergangenheit schon oftmals gelehrt hat, sind meistens Umweltprobleme der Grund für den Kollaps von ganzen Gesellschaften. Aber dazu mehr in unserem nächsten Beitrag "Wie Gesellschaften scheitern".

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