Warum sich etwas ändern muss

Globale Bedrohungen sind mittlerweile allgegenwärtig. Auch wenn sie einen nicht direkt betreffen, so begleiten uns diese Risiken zumindest in der täglichen Berichterstattung. Die Veränderung der Ökosysteme auf unserem Planeten bietet eine Vielzahl an Zukunftsszenarien, mit der sich auch die Wissenschaft auseinandersetzt. Wie sich das auswirkt und wie unser Verhalten auch die Zukunft beeinflussen kann, erfährst du hier.
June 8, 2021
Max

Global Risk Report

Der Global Risk Report, der jährlich vom World Economic Forum herausgegeben wird, bietet eine Übersicht über die globalen Bedrohungen unserer Gesellschaft. Mit Stand 2020, der am wahrscheinlichsten eintretenden Bedrohungen, belegen die 5 Spitzenplätze ausschließlich Umweltrisiken. Die nachfolgende Grafik stellt diese Risiken dar und zeigt welche Faktoren am wahrscheinlichsten eintreten können bzw. welche am fatalsten für uns sind.

Globale Bedrohungen

Mögliche Zukunftsszenarien

Im Rahmen des 2005 herausgegebenen Millenium Ecosystem Assesment, an dem mehr als 1300 Naturwissenschaftler aus 95 Ländern beteiligt waren, wurde der Zustand der Ökosysteme auf der Erde bewertet und wie sich Veränderungen dieser auf das Wohlbefinden der Menschheit auswirken können. Basierend auf diesen Forschungsergebnissen wurden 4 Zukunftsszenarien entwickelt die veranschaulichen, wie wir die Zukunft durch unser gegenwärtiges Verhalten beeinflussen können. Die Szenarien beziehen sich auf das Jahr 2050 und verfolgen jeweils zwei mögliche Entwicklungsmöglichkeiten. Von globalisierten bis regionalen Fokus und dem aktivem Umgang mit Umweltproblemen sowie reaktivem Umgang mit Umweltproblemen.

Globalisiert | Reaktiv

In diesem Szenario liegt der Fokus auf dem globalen Handel und wirtschaftlicher Liberalisierung. Globale Investitionen in die öffentliche Gesundheit und ein verbessertes Bildungssystem, ermöglichen vielen Menschen den Weg aus der Armut in die Mittelklasse. Mit dieser größer werdenden Mittelschicht steigt auch der Konsum und somit der Bedarf an Ressourcen. Dies bewirkt einen Rückgang naturbelassener Flächen und einen Rückgang von ökologischem Kapital, auf das ärmere Menschen zum Überleben angewiesen sind. Die Lösung von Umweltproblemen wird erst dann in Angriff genommen, wenn sie eine akute Bedrohung für das menschliche Wohlergehen darstellen. Dies führt dazu, dass immer mehr ärmere Menschen von Ernteverlusten, Überflutungen und dem Verlust von Wasservorräten betroffen und gefährdet sind.

Globalisiert | Aktiv

Dieses Beispiel setzt die globale Gesellschaft auf den technologischen Fortschritt und dessen Potenzial für die Lösung von Umweltproblemen. Umweltlösungen sind so konzipiert, dass sie sowohl der Umwelt als auch der Wirtschaft dienen. Der Fokus liegt hierbei auf grünen Technologien, wirtschaftlicher Entwicklung und Bildung, um das Leben der Menschen zu verbessern. Einige Faktoren des menschlichen Wohlbefindens, vor allem solche die in Verbindung mit sozialen Beziehungen stehen, nehmen durch den Fortschritt der Digitalisierung jedoch ab. Des Weiteren wird die zuverlässige Bereitstellung, trotz technischer Innovation, immer schwieriger zu gewährleisten sein. Darüber hinaus schafft die starke Abhängigkeit von Technologie neue Probleme und Schwachstellen. Die Herausforderung besteht in diesem Szenario darin, Ökosysteme aufrechtzuerhalten und dabei die Fähigkeit, Lösungen für neuartige Probleme zu implementieren, nicht zu verlieren.

Regional | Reaktiv

Szenario 3 beschäftigt sich mir einer rationalisierten Welt, in der die einzelnen Nationen starken Fokus auf Sicherheit und Schutz legen. Es herrscht wenig Bezug zu Allgemeingütern und Nationen handeln vor allem zugunsten eigener Interessen, um wirtschaftliche Unsicherheiten zu vermeiden. Der Transport von Waren und Transfer von Informationen ist stark reguliert, was zur Folge hat, dass technologischer Fortschritt verlangsamt wird. Eine Regionalisierung führt in diesem Beispiel zu einer Verschärfung weltweiter Ungleichheit. Globale Übereinkommen im Bezug auf Nachhaltigkeit werden kaum oder nur unzureichend eingehalten, was zu einem Verlust globaler Ressourcen führt. Mächtige Länder bewältigen lokale Probleme, indem sie Lasten auf ärmere Länder übertragen, was zu einer Vergrößerung der Kluft zwischen Arm und Reich führt. Ökosysteme werden immer fragiler und der Anbau von Getreide ist in einigen Regionen, durch das veränderte Klima, eine große Herausforderung. Zugleich gestaltet sich der Import von alternativen Lebensmitteln durch die Handelsgrenzen schwierig, was in ärmeren Ländern zu Nahrungs- und Wasserknappheit führt.

Regional | Aktiv

Dieses Szenario stellt die Förderung lokaler Ökosysteme und die Stärkung regionaler Institutionen in den Fokus. Investitionen in Human- und Sozialkapital dienen hierbei dazu, Wissen über die Dienstleistungen der Ökosysteme und deren Management zu steigern. Es herrscht genereller Optimismus darüber, aus vergangen Fehlern zu lernen. Nationen gehen jedoch unterschiedlich mit den neuen Herausforderungen um. Während einige Nationen auf die Erforschung und Entwicklung nachhaltiger Lösungen setzen, nutzen andere Nationen bürokratische Maßnahmen, um die Ökosysteme zu erhalten. Handelsgrenzen für Güter und Produkte werden ausgebaut, durch den Fortschritt von Kommunikationstechnologien wird hingegen der Informationsaustausch gefördert. Die Fokussierung auf lokale Ökosysteme lässt jedoch Umweltprobleme mit globaler Auswirkung in den Hintergrund rücken, weshalb Klimawandel, Überfischung und Umweltverschmutzung sich intensivieren. Dies führt dazu, dass deren Konsequenzen nicht mehr alleine von einzelnen Nationen bewältigt werden können, wodurch Netzwerke entstehen die gemeinsam Lösungen erarbeiten.

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